Werte von Industrie- und internen Normen systemübergreifend verknüpfen
Im Januar stellte Accuris Accuris Thread vor, ein leistungsstarkes neues Tool, mit dem sich die Zeit für die Aufschlüsselung großer, komplexer technischer Dokumente in Anforderungen drastisch reduzieren lässt. Bislang konnte dieser Prozess 2–3 Stunden pro Seite in Anspruch nehmen, was bei kleinen bis mittelgroßen Dokumenten einem manuellen Aufwand von über einer Woche entspricht.
Thread automatisiert diesen Prozess, indem es Anforderungen identifiziert und in strukturierte digitale Objekte umwandelt, die nahtlos in führende Anforderungsmanagement- und PLM-Plattformen exportiert werden können. Kunden berichten von Dokumentenverarbeitungszeiten von nur 15 Minuten und einer Verbesserung der Genauigkeit von 70 % auf über 90 % – Thread hat sogar kritische Anforderungen identifiziert, die zuvor übersehen worden waren. Thread unterstützt zudem Designaktivitäten und Entscheidungsfindungen in technischen Arbeitsabläufen, indem es sicherstellt, dass Anforderungen genau erfasst und in den Designprozess integriert werden.
Da Thread in die Engineering Workbench (EWB) integriert ist – der weltweit führenden Plattform mit der größten Sammlung von Industrienormen, Spezifikationen und Vorschriften – bietet die Lösung einen noch größeren Mehrwert. Thread hilft Ingenieuren, relevante Anforderungen in Normen schnell zu finden (siehe Abbildung 1) und optimiert die Suche und Ermittlung in komplexen Dokumenten. Die Plattform verwaltet und verknüpft außerdem wichtige Informationen und unterstützt so die Rückverfolgbarkeit und Zusammenarbeit zwischen Teams und Systemen. Dieser Artikel befasst sich mit den wichtigsten Vorteilen, die sich bei den jüngsten Kundentests gezeigt haben, und damit, wie diese Integration die Effizienz, Rückverfolgbarkeit und Compliance über den gesamten Lebenszyklus der Anforderungen hinweg verbessert.
Darüber hinaus unterstützt diese Integration zukünftige Fortschritte im Bereich des Ingenieurwissens und der digitalen Transformation und stellt sicher, dass Unternehmen auf die laufenden Entwicklungen in der Industrie sowie bei internen Normen und Technologien vorbereitet sind.
Abbildung 1: Automatische Zerlegung und Digitalisierung von Anforderungen
Herausforderung A: Referenzierte Normen ohne direkte Spezifikation – ein Engpass bei der Rückverfolgbarkeit
Traditionell haben Kunden interne Normen, Industrienormen und Anforderungsdokumente (wie Ausschreibungen und Kundenspezifikationen) in separaten, voneinander getrennten Systemen gespeichert. Diese fragmentierte Umgebung schränkt die Rückverfolgbarkeit von Wissen ein, verlangsamt die Überprüfung und führt zu Ineffizienzen im gesamten Anforderungs-Workflow.
Betrachten wir ein typisches Szenario: Ein Ingenieur, der eine neue Ausschreibung prüft, stößt auf eine Anforderung wie „Objekt X muss die Anforderungen der Norm ISO YYY-X erfüllen“ oder „Objekt X muss der Norm YYY-X entsprechen“. In solchen Fällen wird zwar auf die Norm verwiesen, aber es werden keine konkreten Klauseln, Kriterien oder Leistungsparameter angegeben.
Dadurch ist der Ingenieur gezwungen, die referenzierte Norm manuell zu suchen und zu öffnen, ihren Inhalt zu interpretieren und oft zusätzliche verschachtelte Referenzen nachzuverfolgen – was jeweils zu weiterer Komplexität und Zeitverzögerungen führt (siehe Abbildung 2). Ingenieure müssen häufig mehrere Referenzen und Dokumente durchsehen, um sich auf die relevantesten Informationen zu konzentrieren. Ohne digitale Verbindungen zwischen den Anforderungen und der Norm ist dieser Prozess ineffizient und fehleranfällig.
Die Nachverfolgung des Datums der Genehmigung oder Aktualisierung von Industrie- oder internen Normen ist ebenfalls unerlässlich für die Einhaltung von Vorschriften und die Transparenz, um sicherzustellen, dass auf die korrekten und aktuellsten Versionen verwiesen wird.
Abbildung 2: Die Verfolgung von Normen in verschachtelten Referenzen
Die Accuris-Lösung: Thread + Integration der Engineering Workbench
Wenn Dokumente in Thread eingelesen werden, erkennt die Plattform automatisch referenzierte Normen im Text (Abbildung 3) und erstellt dynamische Hyperlinks (auch bekannt als Dynamic Links) zu diesen Dokumenten innerhalb der Engineering Workbench. Mit einem einzigen Klick kann der Ingenieur die Norm in einem neuen Tab öffnen, sodass keine manuelle Suche in der Inhaltsbibliothek mehr erforderlich ist.
Abbildung 3: Automatisches Erstellen dynamischer Links zu EWB-Inhalten
Über den bloßen Zugriff hinaus ermöglicht die Integration von Thread und EWB den Ingenieuren, einzelne Anforderungen direkt aus der referenzierten Industrienorm anzuzeigen und zu extrahieren (Abbildung 4). Dadurch wird die Erstellung von Anforderungstabellen optimiert und der gesamte Anforderungsentwicklungsprozess beschleunigt, da die Benutzer eine Reihe von Anforderungen für eine einfachere Verwaltung erstellen können. Dieser vernetzte Workflow verbessert die Effizienz, Genauigkeit und Rückverfolgbarkeit für Ingenieurteams erheblich. Die Integration liefert positive Ergebnisse, indem sie die Zusammenarbeit verbessert, Fehler reduziert und die Zuverlässigkeit der Anforderungsgewinnung erhöht.
Abbildung 4: Automatische Identifizierung von Anforderungen in Industrienormen.
Ingenieure können ihren Arbeitsablauf weiter optimieren, indem sie die erweiterten Funktionen von Thread oder Engineering Workbench nutzen, wie beispielsweise Watchlists und Micro-Alerts, die Echtzeitbenachrichtigungen liefern, wenn bestimmte Klauseln oder Abschnitte innerhalb einer Norm aktualisiert werden. Digitale Modelle sind ebenfalls in den Arbeitsablauf integriert und unterstützen eine verbesserte Rückverfolgbarkeit und Entscheidungsfindung während des gesamten Engineering-Lebenszyklus. Die Plattform fungiert als umfassendes System zur Verwaltung von Normen, Anforderungen und damit verbundenen Arbeitsabläufen.
Diese proaktive Änderungsüberwachung vereinfacht das Management von Anforderungsänderungen und stellt sicher, dass Teams mit den sich weiterentwickelnden Normen Schritt halten. Für Unternehmen, deren interne Normen sich auf externe Branchenspezifikationen beziehen, bieten diese Tools wichtige Einblicke in potenzielle Compliance-Risiken und betroffene Bereiche und ermöglichen so fundiertere und agilere Entscheidungen.
Darüber hinaus können Ingenieure Hyperlinks auf Abschnittsebene erstellen und direkt in die Metadaten einer Anforderung einbetten. Diese Links öffnen die Norm auf der genauen Seite und im genauen Abschnitt, wobei die referenzierte Anforderung zur sofortigen Sichtbarkeit hervorgehoben wird. Benutzer können zudem Kommentare hinterlassen oder Benachrichtigungen zu Änderungen in Industrie- oder internen Normen erhalten, was die Zusammenarbeit und das Engagement weiter verbessert.
Diese Funktion ist besonders wertvoll für komplexe Verweise, beispielsweise solche, die Tabellen oder Abbildungen enthalten, die sich nur schwer sauber extrahieren lassen. Wenn eine Anforderung beispielsweise lautet „muss den Anforderungen aus Tabelle 9.1 entsprechen“, kann der Ingenieur einen direkten Hyperlink zu Abschnitt 9.1 einfügen und so einen präzisen und effizienten Zugriff auf die relevanten Informationen gewährleisten. (Siehe Abbildung 5.)
Abbildung 5: Einbetten von Hyperlinks auf Abschnittsebene in Anforderungsmetadaten
Wenn andere Ingenieure die Elemente aus Tabelle 9.1 benötigen, können sie einfach auf den Hyperlink klicken, um diese Tabelle in EWB zu öffnen (Abbildung 6).
Abbildung 6: Die Dokumentseite wird automatisch geöffnet und hebt relevante Informationen in einer Tabelle aus einem Get-Link hervor.
Diese beiden Funktionen, Micro-Alerts und Get-Link, bieten ein neues Maß an Rückverfolgbarkeit hinsichtlich der Quellenanforderungen und helfen bei der Verwaltung von Änderungen.
Herausforderung B: Reduzierung der Anzahl interner Normen
In letzter Zeit haben mehrere Kunden eine strategische Neuausrichtung angekündigt: Sie wollen sich weniger auf interne Normen verlassen und stattdessen auf anerkannte Industrienormen setzen. Dieser Wandel ist vor allem auf Kostenüberlegungen und die Risiken zurückzuführen, die mit Über- und Unterdimensionierung verbunden sind. So verursachen kundenspezifische Spezifikationen oft höhere Herstellungskosten, und in vielen Fällen können Unternehmen nicht begründen, warum ihre internen Normen von den Industrienormen abweichen, oder gar nicht feststellen, wo diese Abweichungen bestehen.
Der manuelle Abgleich einer Reihe interner Dokumente mit mehreren Industrienormen, um Überschneidungen, Lücken oder Redundanzen zu identifizieren, ist eine ressourcenintensive Aufgabe. Um diesen Prozess zu optimieren, ermöglicht das Similar Analysis-Tool von Thread (Abbildung 7) Ingenieuren, interne Normen schnell mit Branchenreferenzen abzugleichen, Diskrepanzen zu identifizieren und datengestützte Entscheidungen, Ergebnisse und Präzision zu unterstützen. Die semantische Technologie des Tools kann alle ähnlichen Anforderungen sowohl aus anderen internen Dokumenten als auch aus den Inhalten der Industrienormen aus Engineering Workbench identifizieren. Das Tool ermöglicht es Benutzern außerdem, die Vergleichsergebnisse nach verschiedenen Kriterien zu filtern, sodass sie sich leichter auf die relevantesten Änderungen konzentrieren können. Darüber hinaus können Benutzer verschiedene Sätze an Normen oder Anforderungen vergleichen, um eine umfassende Abdeckung und Abstimmung sicherzustellen.

Abbildung 7: Das Similar Analysis-Tool findet automatisch ähnliche Anforderungsaussagen oder Klauseln aus anderen Normen oder internen Dokumenten und ermöglicht einen direkten Vergleich.
Darüber hinaus hilft das Similar Analysis-Tool dabei, doppelte oder sich überschneidende Anforderungen in internen Normen zu identifizieren, sodass Teams redundante Inhalte konsolidieren und die interne Dokumentation optimieren können. Es hilft auch dabei, potenzielle Probleme in der Dokumentation zu erkennen und zu beheben, wodurch das Fehlerrisiko verringert und höhere Qualitätsstandards gewährleistet werden.
Die Effektivität des Similar Analysis-Tools bei der Optimierung von Standardisierungs- und Compliance-Prozessen hilft Unternehmen dabei, eine höhere Präzision, Zuverlässigkeit und bessere Ergebnisse in ihren Dokumentations- und Produktionsabläufen zu erzielen.
Fazit: Effizienzsteigerung durch Integration von internen Normen, Branchendokumentation und Anforderungen
Die Integration von Thread in die Engineering Workbench markiert einen transformativen Fortschritt in der Art und Weise, wie Ingenieurbüros ihre Anforderungen verwalten, nachverfolgen und standardisieren. Durch die Automatisierung der Extraktion komplexer Anforderungsdokumente und deren nahtlose Verknüpfung mit maßgeblichen Industrienormen spart Thread nicht nur wertvolle Zeit, sondern verbessert auch die Präzision, Genauigkeit, Rückverfolgbarkeit und Compliance über den gesamten Engineering-Lebenszyklus hinweg erheblich.
Diese Integration beseitigt die Ineffizienzen von isolierten Inhalten, manuellen Querverweisen und langwierigen Suchen nach referenzierten Industrie- oder internen Normen. Funktionen wie dynamische Verknüpfungen, Echtzeit-Mikroalarme und direkter Zugriff auf strukturierte Anforderungen ermöglichen es Ingenieuren, sich auf höherwertige Aufgaben zu konzentrieren und sich dabei auf die Konsistenz und Integrität ihrer Ergebnisse verlassen zu können.
Da Unternehmen zunehmend bestrebt sind, ihre Abhängigkeit von spezifischen internen Normen zugunsten branchenüblicher Spezifikationen zu verringern, bietet Thread eine skalierbare und effiziente Lösung, die Anforderungsmanagement und Einhaltung von Normen miteinander verbindet. Das Ergebnis ist ein schnellerer, intelligenterer und besser vernetzter Engineering-Prozess, der den modernen Anforderungen der Produktion und Systemtechnik gerecht wird.